Wenn es um das Thema Wasserdichtheit von Uhren geht, glauben vielen Kunden, das die Angaben des Herstellers 1:1 mit den eigenen Wünschen übereinstimmen. Bei einer ausgewiesenen Wasserdichtheit von 3 ATM oder 30 Meter Wassertiefe, darf man also bis zu 30 m tief tauchen. Dem ist aber nicht so!
Zumeist steht die Wasserdichtheit auf dem Uhrengehäuseboden (Angabe in ATM) oder dem Zifferblatt der Uhr (Angabe in Metern).
Nachfolgende Tabelle zeigt, welche Tätigkeiten bei einer ausgewiesenen Schutzklasse möglich sind, ohne das die Uhr dabei zu Schaden kommt. Bei den Angaben handelt es sich um keine Norm, sondern um allgemeine Erfahrungswerte.
keine Angabe
Die Uhr ist nicht geschützt
Wasser geschützt (water resist)
Die Uhr ist nur spritzwassergeschützt. Diese Uhr sollte vor Wasser geschützt werden!
wasserdicht 30 m (3 ATM, water resistant 30 m)
Wasserspritzer, Schweiß
wasserdicht 50 m (5 ATM, water resistant 50 m)
Händewaschen, Regen, abwaschen, Duschen, Auto waschen, Skisport, Trekking
wasserdicht 100 m (10 ATM, water resistant 100 m)
Händewaschen, Regen, abwaschen, Auto waschen, Skisport, Trekking, Duschen, Wassersport (z.B. schwimmen, schnorcheln)
wasserdicht 200 m (20 ATM, water resistant 200 m)
alle vorhergenannten Tätigkeiten, Gerätetauchen mit Pressluftflasche
Die Haltbarkeit der Wasserdichtheit einer Uhr ist begrenzt und wird beeinflußt durch den täglichen Gebrauch der Uhr. Ein positives Prüfergebnis bescheinigt die Wasserdichtheit zum Zeitpunkt der Übergabe der Uhr. Jegliches Risiko bezüglich der Wasserdichtheit trägt der Besitzer der Uhr alleine. Wir empfehlen deshalb, die Uhr regelmäßig auf Wasserdichtheit überprüfen zu lassen und falls erforderlich, einen Dichtungswechsel durchführen zu lassen.
Dichtungen schützen das Innere einer Uhr (Uhrwerk, Zifferblatt, Zeiger) vor Feuchtigkeit und Staub und damit Korrosion und Schwergängigkeit. Auch gerade neu eingesetzte und damit elastische Dichtungen altern. Weichmacherstoffe im Gummi verflüchtigen sich mit der Zeit und die Dichtungen werden spröde und durchlässig. Starke Temperaturschwankungen, starke Schläge oder Stöße, häufiges Drehen der Krone, chemische Reaktionen durch Benzin, Kleber, Farbe, Schweiß, Lösungsmittel und Kosmetika beschleunigen die Alterung und greifen manchmal auch das Gehäuse an. Deswegen muss aber auch eine Uhr nicht undicht werden. Im günstigsten Fall wirkt der Schmutz wie ein Schutzschild, eine Versiegelung des Gehäuses! Durch das Öffnen des Uhrenbodens beim Batteriewechsel wird diese Versiegelung natürlich wieder aufgebrochen und der Dichtungsring muss wieder alleine die Uhr schützen. Beschädigungen des Glases, der Krone oder der Aufzugswelle lassen Feuchtigkeit und Schmutz auf anderen Wegen eindringen. Besitzt eine Uhr eine verschraubte Krone, so schützt diese nur im verschraubten Zustand. Drücker sollten unter Wasser möglichst nicht betätigt werden. Nach Kontakt mit Salzwasser ist eine Uhr mit Süßwasser abzuspülen, um aggressive Salze zu entfernen und Korrosion zu vermeiden. Uhren mit einem rechteckigen Gehäuse sind nur sehr schwer dicht zu bekommen. Schon ein Batteriewechsel kann dazu führen, das eine Uhr ihre Wasserdichtheit verliert, weil die Dichtungen (falls erforderlich) nicht erneuert wurden. Defekte Dichtungsringe sollten sofort gewechselt werden, es gibt aber auch Uhren mit speziellen Form-Dichtungsringen, die erst extra bestellt werden müssen. Manchmal aber auch das Uhrengehäuse schon derart angegriffen, das auch ein neuer Dichtungsring hier keine Dichtheit mehr bringen kann.
Wasserdichtheit bei Uhren ist keine Frage des Preises! Hier spielt nur die Qualität der Verarbeitung eine Rolle!